Samsung Galaxy Note 10.1 im Test

Von: Andreas / Am: / In: Tablets, Testberichte

Galaxy Note 10.1 Komplett

In Zeiten der Smartphones, Tablets und Phablets ist SAMSUNG nun wirklich kein unbekannter Name und momentan wahrscheinlich DER Anbieter für passende Endgeräte. So kann auch das aktuelle Samsung Galaxy Note 10.1 im Test überzeugen. Wo liegen die Stärken, Schwächen und wo ist der Unterschied zu den Galaxy Tabs? — Diese Fragen werde ich nach und nach im folgenden Test beantworten.

Gehäuse

Schauen wir uns erstmal das Gehäuse des Galaxy Note 10.1 an. Wenn das Gerät nach meinem Geschmack auch erstmal recht hübsch aussieht, fällt zeitgleich das durchgehende Plastikgehäuse auf. Lediglich die Lautsprecher-Gitter und das Display sind nicht mit Plastik überzogen. Hier kommen Aluminium und Cornings Gorilla Glas zum Einsatz. Bei der Wahl zwischen einem dunklen grau und weiß viel mit die Entscheidung nicht schwer, weshalb ich zur weißen Version mit silbernem Rand griff. Dieser ist übrigens nur in Aluminium Optik, besteht jedoch zu hundert Prozent aus Plastik.

Verarbeitung

Hält man das Note 10.1 in der Hand kann es durchaus mal zu einem Knarzen kommen, wobei jedoch am Gerät selbst keine größeren Spaltmaße oder sonstige Verarbeitungsmängel vorzufinden sind. Dennoch wirkt das Gerät vor allem durch die fast ausschließlich mit Plastik überzogene Oberfläche nicht sehr hochwertig. Lediglich die Frontseite kann durch den guten Übergang von Glas und Rahmen in der Optik überzeugen und hey – das ist ja wohl auch die wichtigere Seite, oder? Möchte man seinem Note auch optisch etwas auf die Sprünge helfen, empfehle ich das Book Cover von Samsung dazu zu bestellen. Zwar ist dieses auch aus Plastik, bietet jedoch einen deutlich höheren Tragekomfort und sieht auch wesentlich hochwertiger aus. Mehr dazu jedoch in einem eigenen Artikel über das Zubehör. Sämtliche Tasten, Wippen, Knöpfe, Anschlüsse und Schnittstellen sind ebenfalls sauber verarbeitet und gut zu bedienen.  Auch der S Pen ist gut zu erreichen, zeigt keine Verarbeitungsmängel auf und hält sehr gut in dem für ihn vorgesehenen Schacht an der unteren, rechten Ecke des Gerätes.

Fazit Gehäuse und Verarbeitung: Das Note 10.1 kann trotz billigem Plastik durchaus punkten und zeigt, dass man auch aus Plastik etwas anständiges machen kann. Dennoch wären Materialien wie Aluminium am Rahmen sehr wünschenswert gewesen.

Hardware

Das große Display misst insgesamt 10,1 Zoll, was 25,65 cm Diagonale entspricht und dabei mit lediglich 1280 x 800 Pixeln auflöst, was zwar ausreichend ist, für ein Gerät dieser Leistungs- und vor allem Preisklasse jedoch sehr grenz wertig ist. Auch die Pixeldichte leidet dementsprechend und weißt ausreichende 149 ppi vor, was neben einem Nexus 10 mit 264 ppi etwas enttäuschend ist. Legt man das Note jedoch nicht direkt neben ein anderes, höher auflösenderes Tablet oder Smartphone, kommt einem nicht die Idee sich zu beschweren, da das Display trotzdem sehr gut ist und mit kräftigen Farben und hoher Leuchtkraft überzeugen kann. Sowohl das Anschauen von Bildern als auch das Lesen von Texten klappt ohne Augenschmerzen durchaus gut. Lediglich die automatische Helligkeitsregelung per Sensor würde ich deaktivieren, da diese das Display generell zu dunkel einstellt.

Für genügend Power sorgt ein Samsung Exynos Quad-Core Prozessor mit jeweils 1,4 GHz pro Kern. Unterstützend wurden 2 GB an Arbeitsspeicher verbaut um besonders die gleichzeitige Nutzung mehrerer Apps zu ermöglichen, ohne das Gerät zum Stottern oder gar Abstürzen zu bringen. Die 5-Megapixel-Hauptkamera  kann Videos in 720p aufnehmen. In dunklen Umgebungen soll ein LED-Blitz helfen, welcher bei Versuchen meinerseits jedoch eher für bläuliche Fotos sorgte. Allgemein ist die Kamera nicht wirklich tauglich für gute Fotos und man stellt sich die Frage, warum hier nicht die wirklich gute Kamera des Galaxy S3 verbaut wurde. Für Videotelefonie kann eine zweite Kamera mit 1,9 Megapixeln auf der Frontseite genutzt werden, welche für ihren Verwendungszweck durchaus befriedigend ist. Der interne  Speicher ist mit 16 GB zwar recht zart besaitet, lässt sich jedoch problemlos per microSD-Karte erweitern. Über optionale Adapter lassen sich am Connector sogar USB-Sticks, SD-Karten und HDMI-Kabel anschließen.

Auch die sonstigen Spielerchen wie WLAN, Bluetooth, Helligkeitssensor und GPS sowie ein digitaler Kompass sind vorhanden. Als Besonderheit wurde beim Note 1o.1 eine Infrarotschnittstelle verbaut, mit der man in Verbindung mit der App “Smart Remote” Fernseher, BlueRay- DVD-Player, Sound-Anlagen etc. steuern kann. Dies ist sogar bei Geräten von Fremdanbietern möglich. Auf einen direkten HDMI-Anschluss verzichtet Samsung allerdings und auch für das Laden und Verbinden mit dem PC wird ein Samsung-eigener Anschluss verwendet. Für mehr Handlungsfreiheit wird hier das Aufpreis-pflichtige Zubehör benötigt. Wenigstens das Streamen von Medien-Inhalten per DLNA wird in Form des AllShare Play unterstützt. Zum spiegelnd des Displayinhaltes auf einen Fernseher wird allerdings der Dongle Cast benötigt, welcher auch noch mal ein paar Euros kostet. Unterschieden wird beim Note grundlegend zwischen dem N8000 mit 3G-Funktion und SIM-Karten Einschub und der Wi-Fi only Version N8010.

Fazit Hardware: Das Note 10.1 hat alles was es braucht um gut damit zu arbeiten. Lediglich die Kamera und der vergleichsweise kleine Speicher sind Punkte an denen es Kritik zu äußern gäbe. Etwas schade sind die ganzen benötigten Adapter um die volle Funktionsvielfalt nutzen zu können.

Software

Das Note 10.1 läuft von Haus aus mit Android 4.0.4 Ice Cream Sandwich und der eigenen TouchWiz Oberfläche. Dessen Widgets und Animationen laufen flüssig, sehen gut aus und sind auch praktisch – zumindest einige. Durch reichlich Prozessorleistung und Arbeisspeicher kommt es auch nicht zu Verzögerungen, was einen sehr flüssigen Eindruck verleiht. Mittlerweile wird bereits Android 4.1 Jelly Bean an die Geräte verteilt. Besonders interessant sind die Anwendungen S Note und Photoshop Touch, welche für die Bedienung mit dem S Pen ausgelegt sind. Dank Photoshop lassen sich kleine Verbesserungen sofort erledigen. Mithilfe eines SD-Adapters kann ich also noch unterwegs die Bilder bearbeiten, welch ich gerade mit meiner Kamera aufgenommen habe. Mit S Note hat man eine Vielzahl von Möglichkeiten, PDFs zu bearbeiten oder Notizen zu erstellen, was gerade für Besprechungen sehr hilfreich sein kann.

Galaxy Tab 2 10.1 – Galaxy Note 10.1

Was macht das Note jetzt jedoch um so vieles teurer als das Galaxy Tab 2? Ein Grund dafür ist die spezielle Digitizer Technologie von Wacom, welche das Display in Verbindung mit dem S Pen wahre Wunder bewirken lässt. Diese Technik kommt sonst nur in Grafiktabletts vor und auch wenn der verwendete Stift einer der günstigsten ist, macht er jedem kapazitiven Stylus das Rennen. Neben der vergleichsweise sehr dünnen Spitze hat der S Pen auch den Vorteil, die alleinige Gewalt über das Display ergreifen zu können. Sprich: Ihr könnt euren Handballen auf dem Display ablegen, ohne dass dieser Eingaben erzeugt, während ihr mit dem S Pen bequem zeichnen oder schreiben könnt. Das klappt in unserem Test auch wunderbar und ist ein gnadenloser Vorteil gegenüber jedem kapazitiven Stift. Neben diesem wunderbaren S Pen hat das Galaxy Note 10.1 aber auch einfach viel mehr Power als beispielsweise das Galaxy Tab 2 10.1, was sich beispielsweise bei den verbauten Kameras zeigt (Hauptkamera: 5 Mpx statt 3,2 Mpx | Frontkamera 1,9 Mpx statt VGA)  und durch den Quad- statt dem Dual-Core Prozessor.

Fazit

Das Galaxy Note 10.1 zeichnet sich in erster Linie durch den S Pen und den damit verbundenen Digitizer aus. Die Schrifterkennung klappt in den meisten Fällen fehlerlos und macht auch Spaß. In der Regel verwende ich allerdings die “normale Stift-Funktion” für meine Notizen, da diese auch neben dem Markieren von Textstellen sehr schnell parallel läuft. Durch die starke Hardware lassen sich auch anspruchsvollere 3D-Spiele flüssig spielen. Auch Videos laufen in HD-Qualität problemlos. Und auf dem Tablet macht es eben auch viel mehr Spaß zu Spielen und Filme zu schauen, als auf dem “kleinen” Smartphone Display. Die letzte Frage ist natürlich immer: Brauche ich alle Sachen, die dieses Gerät kann. Wenn ihr wie ich zu den denjenigen gehört die es nicht zweifelsfrei brauchen, aber durchaus etwas sinnvolles damit anfangen können, dann macht ihr mit dem Galaxy Note 10.1 definitiv nichts falsch. Mittlerweile habe ich mir meine eigene Wifi only Version des Gerätes bestellt und nutze diese auch regelmäßig. Das einzige was mich manchmal stört ist letztendlich doch das Plastik aber gut – das perfekte Tablet wird es eben nie geben. Mit diesem Gedanken musste ich mich schon bei Smartphones abfinden. Falls ihr einfach nur ein Tablet zum Filme, Fotos und Musik abspielen, manchmal im Internet surfen und zum Spielen wollt, dann dürfte auch das deutlich günstigere Galaxy Tab 2 10.1 reichen oder eben eines der vielen Konkurrenz-Produkte. Das Galaxy Note 10.1 erhaltet ihr für circa 450 € in der Wifi only Version und für rund 100 € mehr in der 3G Variante.

Tags: , , , , ,

Hat dir der Artikel gefallen?
Dann teile ihn doch mit deinen Freunden:
  • Ronald

    Wo habt ihr her das das DIsplay aus Corning 2 Glas besteht…?

    • http://www.HTCInside.de/ Andreas Zink

      Hi Ronald,

      das Note hat definitiv Gorilla Glas wie man zB diesem Video bei ca 1:15min entnehmen kann – http://support-us.samsung.com/spsn/detail.jsp?&video_id=1785174479001 -

      Ich meine gelesen zu haben, dass das Note 10.1 schon das 2er hat, kann es gerade aber nicht garantieren. Wenn Du möchtest, kann ich das nochmal direkt anfragen. Die 2 streiche ich erstmal aus dem Artikel.

      LG

  • Uwe Fischer

    Habe ich seid 4 Tagen im Einsatz mit LTE von T-Mobile. Einfach ein super Teil. Werde in den nächsten Wochen einen richtigen Bericht schreiben.